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pdf-ocr-hotfolder/AI_AGENT_BRIEFING.md
T
techadmin 3e24aa2ecd feat: Wiederaufnahme aus working/, --check-config, feldtauglicher Updater (v0.6.0)
Datenverlust behoben:
- Nach hartem Stopp blieb das Original in working/ liegen und wurde nie
  wieder angefasst (_scan_existing sah nur incoming/). Es wird jetzt beim
  Start an Ort und Stelle wieder aufgegriffen, mit Kollisionsschutz gegen
  gleichnamige neue Scans; angefangene __ocr_-Fragmente werden geloescht.
- TimeoutStopSec 30 -> 300, damit laufendes OCR zu Ende laufen darf.

Config-Drift sichtbar gemacht:
- Neues --check-config (Exit 0 sauber / 1 Warnungen / 2 Fehler), das
  update.sh vor dem Neustart ueber alle Instanz-Configs laufen laesst.
- Warnungen fuer [ocr].timeout >= 900 (seit 0.4.0 pro SEITE) und gesetztes
  pdfa_level, beim Dienststart wie im Check.
- Unbekannte Config-Keys werden nicht mehr still verworfen, sondern genannt.

Updater feldtauglich:
- venv-Health-Check erkennt toten Symlink UND Versions-Drift gegen das
  System-Python; --rebuild-venv als ausdruecklicher Weg nach einem Debian-
  Major-Upgrade. Neubau ist ganz-oder-gar-nicht mit Rollback.
- apt-Pakete werden auch beim Update synchronisiert (Quelle: install.sh).
- Instanz-Erfassung inkl. activating/failed, Verifikation prueft is-failed
  und NRestarts statt sleep 1 + is-active.
- Backup enthaelt Configs, Unit, Drop-ins und pip-freeze.txt, liegt auf
  0600 und rotiert auf 5; schlaegt es fehl, bricht das Update vorher ab.
- ERR-Trap faehrt die vorher laufenden Instanzen wieder hoch.
- lxc-compat.conf wird beim Update nachgezogen.
- requirements.txt gepinnt (ocrmypdf 16.13.0, geprueft fuer Python 3.11+3.13).

Doku in Installation / Update / OS-Upgrade aufgeteilt (docs/).
135 Tests gruen.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 (1M context) <noreply@anthropic.com>
2026-09-22 22:04:04 +02:00

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# AI Agent Briefing — PDF OCR Hotfolder
**Zuletzt aktualisiert:** 2026-09-22
**Version:** 0.6.0
**Status:** Multi-Instanz-Betrieb, Preflight-Checks, Fehlerzählung, Wiederaufnahme aus `working/` und ein abgesicherter Updater (venv-Rebuild, Backup, Verifikation). Test-Suite grün (135 pytest-Tests). Ein Produktiv-Einsatz ist im Repo (README/CHANGELOG) nicht dokumentiert — die bisherigen Fixes stammen aus Issues #1–#6 und aus Vorbereitungen auf Debian 13, nicht aus einem belegten Dauerbetrieb.
> **Betriebsabläufe stehen nicht hier**, sondern in:
> [README.md](README.md) (Einstieg, Layout, Config-Überblick) ·
> [docs/INSTALLATION.md](docs/INSTALLATION.md) (Erstinstallation, Instanzen, Konfigurationsreferenz) ·
> [docs/UPDATE.md](docs/UPDATE.md) (Update, Backup, Rollback, `--check-config`) ·
> [docs/OS-UPGRADE.md](docs/OS-UPGRADE.md) (Debian-Major-Upgrade, venv-Rebuild, Pins).
> Dieses Briefing beschreibt **wie der Code aufgebaut ist und warum** — Schritt-für-Schritt-Anleitungen gehören in die drei Dokumente, nicht hierher.
## 🎯 Projektziel
Eingehende gescannte PDFs werden automatisch durch OCR (ocrmypdf + Tesseract) in durchsuchbare PDFs (optional PDF/A) umgewandelt und nach Wahl in einen Ordner / Nextcloud / per SFTP weitergegeben. Ersetzt das alte Bash-Tool `pdf-tool` (im Workspace).
## 📁 Projekt-Struktur
```
pdf-ocr-hotfolder/
├── pdf_ocr_hotfolder/
│ ├── __init__.py # Versionsstring (__version__)
│ ├── __main__.py # CLI (argparse: --config, --once, --check-config, --version)
│ ├── config.py # TOML-Loader, Dataclasses, ConfigError, Warnungen
│ ├── service.py # HotfolderService (watchdog + ThreadPool), Preflight, Resume, Zähler
│ ├── processor.py # ocrmypdf-Call, veraPDF, Ausgabename, Original-Entsorgung
│ └── uploaders.py # folder, nextcloud (WebDAV), sftp, E-Mail-Notify
├── tests/ # pytest-Suite (135 Tests, ocrmypdf wird gemockt)
│ ├── conftest.py # Fixtures tmp_config / dummy_pdf
│ ├── test_check_config.py # --check-config, Exit 0/1/2
│ ├── test_config_errors.py
│ ├── test_config_warnings.py # Legacy- und Unbekannt-Warnungen
│ ├── test_error_counting.py
│ ├── test_ghostscript_version.py
│ ├── test_ocr_timeout.py
│ ├── test_once_exit_code.py
│ ├── test_output_naming.py
│ ├── test_preflight.py
│ ├── test_resume_working.py # Wiederaufnahme + __ocr_-Fragmente
│ └── test_upload_folder.py
├── systemd/
│ ├── pdf-ocr-hotfolder@.service # Template-Unit (Instanz = %i), TimeoutStopSec=300
│ └── lxc-compat.conf # Drop-in-Vorlage: Hardening für LXC abschalten
├── docs/
│ ├── INSTALLATION.md # Erstinstallation + Konfigurationsreferenz
│ ├── UPDATE.md # update.sh, Backup/Rollback, --check-config, Config-Drift
│ └── OS-UPGRADE.md # Debian 12 -> 13 -> 14, venv-Rebuild, Pins
├── pytest.ini # testpaths = tests
├── config.example.toml
├── install.sh # Interaktiver Installer + Instanz-Manager
├── update.sh # Updater (--help, --rebuild-venv), ~860 Zeilen
├── requirements.txt # feste Pins (ocrmypdf 16.x!)
├── VERSION
├── CHANGELOG.md
├── README.md
└── AI_AGENT_BRIEFING.md
```
## 🔧 Stack
| Komponente | Technologie |
|------------|-------------|
| Sprache | Python 3.11+ (für `tomllib` aus stdlib) |
| OCR | `ocrmypdf` (als Library, nicht via Subprozess; Import ist lazy) |
| Engine | Tesseract |
| Watcher | `watchdog` |
| HTTP | `requests` (Nextcloud WebDAV) |
| SFTP | `paramiko` |
| Email | `smtplib` (stdlib) |
| Tests | `pytest` |
| Service | systemd (Template-Unit) |
Die vier Python-Deps sind in `requirements.txt` **fest gepinnt** (`==`), damit ein
Update nicht ungefragt einen Major-Sprung einzieht (ocrmypdf 16 → 17 würde alle
Instanzen auf einmal reißen). Geprüft gegen Python 3.11 (Debian 12) und 3.13
(Debian 13), Wheels für beide vorhanden. Anheben nur mit Testmaschine —
[docs/OS-UPGRADE.md](docs/OS-UPGRADE.md#pins-in-requirementstxt).
## 🖥️ Installations-Layout (Multi-Instanz)
| Pfad | Inhalt |
|------|--------|
| `/opt/pdf-ocr-hotfolder/` | Code + venv (für alle Instanzen gemeinsam) |
| `/opt/pdf-ocr-hotfolder/.repo_path` | Pfad zum Repo, aus dem installiert wurde (nutzt `update.sh`) |
| `/etc/pdf-ocr-hotfolder/<instanz>.toml` | Config pro Instanz (mode 640, root:<service-group>) |
| `/etc/systemd/system/pdf-ocr-hotfolder@.service` | Template-Unit |
| `/etc/systemd/system/pdf-ocr-hotfolder@.service.d/lxc-compat.conf` | Drop-in für Container (optional) |
| `/etc/systemd/system/pdf-ocr-hotfolder@<instanz>.service.d/user.conf` | Drop-in für abweichenden User (optional) |
| `/var/lib/pdf-ocr-hotfolder/<instanz>/{incoming,working,outgoing,error}/` | Daten pro Instanz |
| `/var/backups/pdf-ocr-hotfolder/` | Update-Backups (0600, letzte 5) |
Ein eigenes Logverzeichnis gibt es **nicht** (seit 0.4.1 auch nicht mehr vom
Installer angelegt): `_setup_logging()` nutzt `logging.basicConfig()` ohne
FileHandler, alles geht nach stdout → journald.
```bash
journalctl -u pdf-ocr-hotfolder@<instanz> -f # eine Instanz mitlesen
journalctl -u 'pdf-ocr-hotfolder@*' --since today # alle Instanzen, heute
```
## 👤 Service-User
- Basis-Install legt Default-User `pdfocr` an (als System-User, falls nicht schon vorhanden)
- Beim Anlegen einer Instanz fragt der Installer nach dem Service-User (default `pdfocr`)
- Wird ein **abweichender** User gewählt, wird ein systemd-Drop-in erstellt (`pdf-ocr-hotfolder@<instanz>.service.d/user.conf`) mit `User=/Group=` Override
- Existierende User (lokal oder AD via SSSD/Winbind) werden übernommen, primäre Gruppe via `id -gn` ermittelt
- Bei AD-Usern mit lokaler UID werden Datei-Berechtigungen über die UID gesetzt — transparent
## 🗂️ Instanz-Management (Kurzfassung)
`install.sh` ist gleichzeitig **Installer und Instanz-Manager**. Der komplette
Ablauf inklusive aller fünf Abfragen steht in
[docs/INSTALLATION.md](docs/INSTALLATION.md#die-abfragen-pro-instanz). Für die
Arbeit am Code zählt:
- Basis-Install wird an `venv` + Template-Unit erkannt und übersprungen — **außer**
die venv passt nicht mehr zum System-Python, dann läuft er zur Reparatur erneut
(`venv_is_healthy()` in `install.sh`, schlankere Variante der Prüfung in `update.sh`).
- Abfragen pro Instanz: Name, Basis-Pfad, Service-User, **OCR-Sprachen**,
**Original archivieren?** — `LANGS`/`ORIG_MODE`/`ARCHIVE_DIR` sind `local` in
`create_instance()`, gelten also **instanz-lokal** und nicht global.
- Sprachprüfung gegen `tesseract --list-langs`, fehlende Pakete werden als
`tesseract-ocr-<code>` angeboten (Unterstrich → Bindestrich). Ablehnung führt
nicht zum Abbruch, sondern zurück zur Sprach-Abfrage.
- Das Archiv-Verzeichnis darf **nicht** `incoming/`/`outgoing/`/`working/`/`error/`
sein — im Eingang würde das Original endlos neu aufgegriffen.
- `<instanz>.toml` wird aus `config.example.toml` per `sed` erzeugt. Substituiert
werden die vier `[paths]`-Zeilen **sowie** `[ocr].languages`,
`[output].original_on_success` und `[output].archive_dir`. Die Ausdrücke sind
am Zeilenanfang verankert (`^key[[:space:]]*=`), damit die deutschen
Kommentarzeilen über den Keys nicht getroffen werden; Pfad-Variablen laufen
vorher durch `sed_escape_repl()` (maskiert `\`, `&`, `|`). Nach dem sed-Lauf
liest `config_value()` die drei Keys zurück und vergleicht sie mit der Eingabe.
- Die apt-Paketliste steht als **einzige Quelle** in `install.sh` zwischen den
Marken `# --- BEGIN apt-packages` / `# --- END apt-packages` in der Funktion
`pdf_ocr_apt_packages()`. **`update.sh` schneidet diesen Block per `sed` heraus
und evaluiert ihn** — Marken und Funktionsname dürfen sich nicht ändern, ohne
`update.sh` anzupassen.
- Instanz wird sofort `enable --now` gestartet. Löschen macht der Installer
nicht, das steht als Handgriff in
[docs/INSTALLATION.md](docs/INSTALLATION.md#instanz-manuell-löschen).
## 🔄 Update-Verhalten (Kurzfassung)
Vollständig: [docs/UPDATE.md](docs/UPDATE.md). Für die Arbeit am Skript wichtig:
- `update.sh` hat `--help` und `--rebuild-venv`, läuft mit `set -Eeuo pipefail`
und hat ab dem Stoppen der Instanzen einen **ERR/INT/TERM-Trap**: er sagt, ob
auf der Platte schon getauscht wurde (`TOUCHED`), startet die vorher laufenden
Instanzen wieder und nennt Backup + Rollback-Befehl.
- Reihenfolge: Instanzen erfassen → apt-Sync → venv-Health → stoppen → Backup →
Code → Deps/venv → Units → chown → `--check-config` → starten + verifizieren →
Zusammenfassung (Soll gegen Ist, Exit 1 bei Regression/Config-Fehler).
- **Instanz-Erfassung** deckt `list-units --all` (inkl. `activating`/`failed`),
`list-unit-files` und die Configs unter `/etc/pdf-ocr-hotfolder/` ab. Drei
Gruppen: `PREV_OK`, `PREV_BROKEN`, `PREV_STOPPED` — bewusst gestoppte bleiben
gestoppt.
- **Verifikation**: `verify_unit()` wartet `VERIFY_WAIT` (6 s) und prüft
`is-active`, `is-failed` **und** `NRestarts` — sonst würde ein Crash-Loop bei
`Type=simple` als Erfolg durchgehen. Vorher `reset-failed`.
- **venv-Health** (`venv_is_healthy()` in `update.sh`): Verzeichnis, ausführbarer
Interpreter, Interpreter **läuft** überhaupt, `major.minor` == System-Python,
`pyvenv.cfg` stimmt mit dem Interpreter überein. Bei Drift wird auch ohne
`--rebuild-venv` neu gebaut.
- **`rebuild_venv()` ist ganz oder gar nicht**: alte venv nach
`venv.old-<ts>`, neu bauen, Requirements installieren, **erst bei Erfolg** die
alte löschen; scheitert etwas, wird zurückgerollt und hart abgebrochen.
`pip_install_requirements()` übersetzt pip-Fehler in eine Ansage mit dem
gescheiterten Paketnamen und dem Hinweis "requirements.txt anheben".
- **apt-Sync** läuft auch beim Update (`sync_system_packages()`), ist idempotent
und fasst nachinstallierte Sprachpakete nicht an (kein purge/autoremove).
Fehlschläge setzen nur `APT_WARN`, sie brechen nicht ab.
- **Backup** (`create_backup()`): Code, `/etc/pdf-ocr-hotfolder/`, Template-Unit,
alle Drop-ins und ein `pip-freeze.txt` der alten venv. **Ohne** venv und
**ohne** Datenverzeichnisse. `umask 077` + `chmod 600 root:root`, weil die
Configs Klartext-Passwörter enthalten. Rotation: letzte `BACKUP_KEEP` = 5.
- **LXC-Drop-in** wird beim Update aus dem Repo nachgezogen, **falls es
installiert ist** — sonst würde ein neu ergänzter Hardening-Schalter in der
Template-Unit alle Container-Instanzen reißen (Issue #4 redux).
- Configs unter `/etc/pdf-ocr-hotfolder/` werden **nie** überschrieben. Das Repo
muss erhalten bleiben — `update.sh` kopiert daraus (`.repo_path`).
- `PDF_OCR_UPDATE_LIB_ONLY=1 source ./update.sh` lädt nur die Funktionen, ohne
irgendetwas zu tun — dafür sind `INSTALL_DIR`, `CONFIG_DIR`, `SYSTEMD_DIR`,
`BACKUP_DIR`, `TAR_ROOT`, `VERIFY_WAIT`, `BACKUP_KEEP` überschreibbar.
## ⚙️ Konfiguration (Überblick)
Key-für-Key-Referenz: [docs/INSTALLATION.md](docs/INSTALLATION.md#konfigurationsreferenz).
Vollständiges Beispiel mit Kommentaren: `config.example.toml`.
| Sektion | Zweck |
|---------|-------|
| `[paths]` | `incoming`, `outgoing`, `working`, `error` — **Pflicht**, fehlt einer → `ConfigError` + Exit 2 |
| `[ocr]` | `languages`, `jobs`, `skip_text`, `oversample`, `pdfa_level`, `deskew`, `clean`, `max_workers`, `timeout` (Sekunden **pro Seite**) |
| `[output]` | `name_mode` (`prefix`/`suffix`/`none`), `name_tag`, `original_on_success` (`delete`/`archive`), `archive_dir` |
| `[verapdf]` | `enabled`, `binary`, `flavour` — optionale PDF/A-Validierung per CLI |
| `[upload.folder]` | `enabled`, `target` (leer = `[paths].outgoing`, dann No-op) |
| `[upload.nextcloud]` | `enabled`, `url`, `username`, `password`, `remote_path`, `verify_ssl` |
| `[upload.sftp]` | `enabled`, `host`, `port`, `username`, `key_file`, `password`, `remote_path` |
| `[notify.email]` | `enabled`, SMTP-Daten, `from_addr`, `to_addrs`, `on` = `always`/`errors`/`never` |
| `[logging]` | `level` = DEBUG/INFO/WARNING/ERROR |
Unbekannte Keys werden beim Laden zwar ignoriert, aber **nicht mehr still**:
`_collect_unknown_keys()` sammelt sie in `Config.unknown_keys` (Format
`[ocr].langauges`, auch ganze unbekannte Sektionen und Upload-/Notify-Targets),
`unknown_key_warnings()` macht Meldungen daraus. Ein Tippfehler fällt damit auf.
### Warnungen statt Überraschungen
`config.py` kennt zwei Warnungsquellen, beide über `config_warnings()` gebündelt
— der Text steht **nur dort**, weil ihn sowohl der Dienststart
(`_log_config_warnings()` → `log.warning`) als auch `--check-config` ausgibt:
- `legacy_warnings()`: `[ocr].timeout >= LEGACY_TIMEOUT_THRESHOLD` (900) deutet
auf den alten Gesamt-Timeout-Wert 1800 hin (Richtwert
`RECOMMENDED_PAGE_TIMEOUT` = 300); gesetztes `pdfa_level` weist auf den
Ghostscript-Bug hin.
- `unknown_key_warnings()`: siehe oben.
### `--check-config`
`python -m pdf_ocr_hotfolder --check-config --config <datei>` lädt die Config,
zeigt Pfade/Sprachen/Timeout/PDF/A, fährt `check_preflight()` und
`check_output_config()` und gibt die Warnungen aus. Exit-Codes:
`CHECK_OK=0`, `CHECK_WARN=1`, `CHECK_ERROR=2`. Hat Vorrang vor `--once`.
`update.sh` wertet genau diese Codes aus und erkennt an der argparse-Meldung,
wenn der installierte Code das Flag noch nicht kennt.
## 🔄 Verarbeitungs-Flow
**Beim Start (`run()` wie `run_once()`), vor allem anderen:**
1. `check_preflight()` — `tesseract` und `gs` müssen im PATH sein; ist `pdfa_level` gesetzt, wird zusätzlich die Ghostscript-Version gegen den 10.0.0–10.02.0-Bug geprüft
2. `check_output_config()` — validiert `original_on_success`, `archive_dir` (Pflicht bei `archive`) und `name_mode`
3. Scheitert eines davon → `PreflightError`, CLI beendet sich mit **Exit-Code 2** (ebenso bei kaputter/fehlender Config)
4. `ensure_dirs()`, dann `_scan_existing()`: **zuerst `working/`**, danach `incoming/`
**Wiederaufnahme aus `working/` (`_scan_working()`):**
`process_pdf()` verschiebt das Original vor dem OCR nach `working/`. Wird der
Dienst dort abgeschossen (SIGKILL nach `TimeoutStopSec`), blieb es früher
liegen und wurde nie wieder angefasst — stiller Datenverlust. Jetzt:
- Dateien mit dem Präfix `OCR_TEMP_PREFIX` (`__ocr_`) sind **unvollständige
Fragmente** des abgebrochenen ocrmypdf-Laufs: als Eingabe unbrauchbar, als
Ergebnis wertlos → werden **gelöscht** (mit `log.warning`).
- Echte PDFs werden **an Ort und Stelle** wiederaufgenommen; `process_pdf()`
erkennt das über `_is_same_file()` und verschiebt nicht erneut.
- Liegt in `incoming/` eine gleichnamige, andere Datei, bekommt die
wiederaufgenommene per `_free_resume_name()` einen Zeitstempel angehängt —
sonst würden beide dieselbe working- und outgoing-Datei beanspruchen.
- Liegt in `working/` bereits eine **andere** Datei desselben Namens, bricht
`process_pdf()` für die neue ab und lässt sie in `incoming/` liegen, statt den
laufenden Vorgang stillschweigend zu überschreiben.
**Pro Datei:**
1. `watchdog` triggert auf `created`/`moved`/`closed` in `incoming/`
2. `_wait_until_stable()` wartet, bis die Datei nicht mehr wächst (max. ~60s)
3. Move nach `working/` (entfällt bei Wiederaufnahme)
4. `ocrmypdf.ocr()` als **Library-Call** (kein Subprozess-Start pro PDF), Ziel ist `working/__ocr_<zielname>`
5. Optional: veraPDF-Validierung (CLI-Subprozess) — bei FAIL geht das OCR-Ergebnis nach `error/`, das Original folgt `original_on_success` (wird also bei `archive` **nicht** gelöscht)
6. Move nach `outgoing/` unter dem laut `[output]` gebauten Namen (`build_output_name()`)
7. Original in `working/` wird laut `original_on_success` **gelöscht** oder nach `archive_dir` **archiviert** (Kollision → Timestamp-Suffix)
8. Aktive Upload-Targets ausführen (folder/nextcloud/sftp)
9. E-Mail-Notify je nach `[notify.email].on`
**Fehlerbehandlung:**
| Fehlerfall | Zählt als Fehler | Wo liegt die Datei danach |
|------------|------------------|----------------------------|
| Stabilitäts-Check läuft in den Timeout | ja | bleibt in `incoming/`, wird beim nächsten Lauf erneut versucht |
| Datei verschwindet vor der Verarbeitung | nein | — |
| In `working/` liegt schon eine andere Datei gleichen Namens | ja | bleibt in `incoming/` |
| OCR wirft (ocrmypdf) | ja | `error/` |
| veraPDF FAIL | ja | OCR-Ergebnis nach `error/`, Original laut `original_on_success` (`delete` → weg, `archive` → `archive_dir`; seit 0.4.1) |
| Beliebige Exception aus `process_pdf()` (z.B. `shutil.move` nach `outgoing/`) | ja | `_rescue_to_error()` sucht in `incoming/` und `working/` und verschiebt nach `error/` |
| Mindestens ein Upload-Ziel schlägt fehl | ja | PDF bleibt **bewusst in `outgoing/`** (das OCR war ja erfolgreich), Fehler-Mail nennt die Ziele |
Der Service läuft in allen Fällen weiter (kein `exit 1` wie im alten Bash-Tool). Im `--once`-Modus liefert die CLI **Exit-Code 1**, sobald `error_count > 0` ist, sonst 0.
## 🧠 Performance-Entscheidungen
- **ocrmypdf als Library** statt `subprocess`: spart Python-Interpreter-Start pro PDF
- **ThreadPool** mit `max_workers` (default 2) — selbst wenn selten >1 PDF gleichzeitig kommt, blockiert ein langsamer Scan keinen schnellen
- **`--jobs` an ocrmypdf**: Tesseract parallelisiert Seiten innerhalb eines PDFs
- **`skip_text=True`**: bereits OCR-haltige Seiten werden nicht neu verarbeitet
- **Stabilitäts-Check** statt magic-file `new` (alte Bash-Krücke)
- **`upload_folder()` nutzt `shutil.copyfile()`** statt `read_bytes()`/`write_bytes()` — große PDFs landen nicht komplett im RAM
- veraPDF nur wenn `enabled=true` (JVM-Start ist teuer)
## ⚠️ Fallstricke
- **Ghostscript 10.0.0–10.02.0 zerschießt OCR.** Das ist der Debian-12-Default. In Kombination aus `[ocr].pdfa_level` + `skip_text = true` blockiert ocrmypdf komplett (Issue #3). Deshalb ist `pdfa_level = ""` der sichere Default, der Preflight bricht mit Exit 2 ab, wenn `pdfa_level` gesetzt **und** die GS-Version betroffen ist, und `--check-config` warnt bei gesetztem `pdfa_level` grundsätzlich. Abhilfe: Ghostscript ≥ 10.02.1 aus bookworm-backports (der Installer bietet das an).
- **`[ocr].timeout` ist ein Timeout PRO SEITE**, kein Gesamt-Timeout pro PDF. Der Wert geht als `tesseract_timeout` (ocrmypdf-Option `--tesseract-timeout`) durch; ocrmypdf kennt kein Dokument-Timeout. Wer noch den alten Default `1800` in einer Config stehen hat, gibt Tesseract 30 Minuten **je Seite** — Richtwert ist 300, ab 900 warnt `--check-config`. Ein durchgereichtes `0` würde ocrmypdf dazu bringen, OCR **still zu überspringen**, deshalb wird bei `0` (oder negativ) gar nichts übergeben und der ocrmypdf-Default greift.
- **`TimeoutStopSec=300` in der Unit ist Absicht.** Ein laufendes OCR soll beim Stoppen zu Ende laufen dürfen — ein `systemctl stop` kann deshalb pro Instanz bis zu 5 Minuten dauern, und `update.sh` (das nacheinander stoppt) entsprechend länger. Bei SIGKILL bliebe das Original in `working/` liegen; das wird zwar wiederaufgenommen, kostet aber den kompletten Durchlauf.
- **Die venv hängt an der Python-Version der Distribution.** Nach einem Debian-Major-Upgrade ist `venv/bin/python` tot (systemd: `203/EXEC`) oder eine andere Version als das System-Python. Der Weg dahin und zurück steht in [docs/OS-UPGRADE.md](docs/OS-UPGRADE.md); im Code prüfen `install.sh` und `update.sh` das je mit einem eigenen `venv_is_healthy()` (die Variante in `update.sh` ist die gründlichere und schaut zusätzlich in `pyvenv.cfg`).
- **systemd-Hardening bricht in LXC-Containern** (`Error 226/NAMESPACE` durch `PrivateTmp`, `ProtectSystem` usw., Issue #4). Gegenmittel ist das Drop-in `systemd/lxc-compat.conf` nach `/etc/systemd/system/pdf-ocr-hotfolder@.service.d/`; der Installer erkennt Container via `systemd-detect-virt --container` und bietet es an, `update.sh` zieht ein vorhandenes Drop-in nach.
- **Das Paket wird nicht pip-installiert, sondern nach `/opt/pdf-ocr-hotfolder` kopiert.** Gestartet wird per `python -m pdf_ocr_hotfolder`, gefunden wird das Modul nur über das Arbeitsverzeichnis — `WorkingDirectory=/opt/pdf-ocr-hotfolder` in der Unit ist daher Pflicht, nicht Kosmetik (Issue #5). Auch `update.sh` ruft `--check-config` deshalb mit `cd "$INSTALL_DIR"` auf.
- **Klartext-Passwörter in der Instanz-Config**: SMTP-, Nextcloud- und SFTP-Zugangsdaten stehen unverschlüsselt in `/etc/pdf-ocr-hotfolder/<instanz>.toml`. Deshalb `chmod 640` und `chown root:<service-gruppe>`, und `/etc/pdf-ocr-hotfolder` selbst `750 root:pdfocr`. **Das Update-Backup enthält diese Configs** und ist deshalb `0600 root:root` in einem `700`-Verzeichnis. Beim Debuggen weder Config noch Backup in ein Ticket kopieren.
- **Das Update-Backup enthält die venv NICHT.** Ein Rollback per `tar -xzf … -C /` holt den Paketstand also nicht zurück, und `tar` löscht nichts, was neu hinzugekommen ist. Grenzen des Rollbacks: [docs/UPDATE.md](docs/UPDATE.md#grenzen-des-rollbacks).
## 🛠️ Entwicklung
Lokaler Test ohne Installation:
```bash
cd ~/dev/gitea.sonith.de/pdf-ocr-hotfolder
python3 -m venv venv && source venv/bin/activate
pip install -r requirements.txt
cp config.example.toml /tmp/config.toml
# Pfade in /tmp/config.toml auf Test-Verzeichnisse anpassen
python -m pdf_ocr_hotfolder --config /tmp/config.toml
```
Tests (aus dem Repo-Root, `pytest.ini` setzt `testpaths = tests`):
```bash
pytest # aktuell 135 Tests
```
`ocrmypdf` muss dafür **nicht** installiert sein: der Import in `processor.py` ist lazy, und `tests/test_ocr_timeout.py` schiebt ein Dummy-Modul in `sys.modules`. Die übrigen Tests mocken `process_pdf` bzw. arbeiten nur auf Config-Ebene.
## 📋 Roadmap / TODO
- [x] Tests (`pytest`) für `processor` und `uploaders` — 135 Tests
- [x] Wiederaufnahme abgebrochener Läufe aus `working/`
- [x] Config-Prüfung ohne Verarbeitung (`--check-config`) + Auswertung im Updater
- [x] Updater übersteht Debian-Major-Upgrades (venv-Rebuild, Pins, Rollback)
- [ ] Test-Lücken schließen: der watchdog-Eventpfad (`_Handler`/`Observer`) wird nirgends getestet, `run_verapdf()` ebenso wenig (der FAIL-*Pfad* in `process_pdf()` ist getestet, die veraPDF-CLI-Anbindung selbst nicht), und `run_ocr()` nur gegen ein gemocktes ocrmypdf — es gibt keinen Test mit einer echten PDF-Datei. Auch `upload_nextcloud()` und `upload_sftp()` sind ungetestet (nur `upload_folder()`). **`install.sh`/`update.sh` haben keine automatisierten Tests** — die `LIB_ONLY`-Schnittstelle in `update.sh` ist dafür vorbereitet, aber ungenutzt.
- [ ] Prometheus-Metriken (verarbeitete PDFs, Fehlerquote, Laufzeit)
- [ ] CLI-Subkommandos: `pdf-ocr-hotfolder reprocess <error-file>`
- [ ] Instanz-Löschung in `install.sh` statt als Handarbeit
- [ ] Optional: S3/MinIO Upload-Target
- [ ] Docker-Image für Setups ohne systemd
## 🔑 Repo
- **Repo:** https://gitea.sonith.de/sonith_ug/pdf-ocr-hotfolder
- **Owner:** sonith_ug
- **SSH-User ist `gitea`, nicht `git`:** `gitea@gitea.sonith.de:sonith_ug/pdf-ocr-hotfolder.git`
- **Versionierung:** Semver (PATCH bei jedem Build, MINOR bei Features, MAJOR manuell)
- **Tags:** `v{VERSION}`, automatischer Push nach Commit
## 📞 Kontakt
**Maintainer:** Dominik Höfling (Sonith GmbH)