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techadmin 465ff8873f fix: Ghostscript-Angebot log nicht mehr, fehlende Voraussetzungen dokumentiert (v0.7.1)
Befunde aus dem ersten echten Erstinstallations-Test auf frischen Debian-12-
und Debian-13-Containern. Der Weg selbst hat getragen (Basis-Install,
Instanz-Anlage, zweite Instanz, Update mit Rauchtest, Rollback) — diese
Stellen haben gelogen oder gefehlt:

- Das Ghostscript-Backports-Angebot auf Debian 12 war ein garantierter
  Leerlauf, der "aktualisiert ✓" meldete: bookworm-backports enthaelt gar
  kein ghostscript (am Paketindex verifiziert). Die Routine sucht jetzt den
  echten Kandidaten, vergleicht vorher/nachher und raeumt eine nur zur Probe
  angelegte Quelle wieder weg.
- Derselbe untaugliche Rat stand in der Preflight-Meldung, der
  pdfa_level-Warnung, config.example.toml und vier Doku-Dateien — ueberall
  ersetzt durch die echten Optionen.
- Mehrzeilige Log-Hinweise waren durch "echo -e" zerrissen und nicht
  kopierbar; log_* nutzt jetzt printf mit %s.
- pip-freeze.txt landete beim Rollback als /pip-freeze.txt im
  Wurzelverzeichnis, liegt jetzt unter opt/pdf-ocr-hotfolder/.
- git und sudo fehlen auf dem Proxmox-Debian-Template; "sudo ./install.sh"
  scheitert dort. Beide Wege dokumentiert, git als Voraussetzung ergaenzt,
  HTTPS-Clone als Normalfall.
- Rollback: systemctl start kann kein Glob. journald-Reparatur: Instanzen
  danach neu starten, sonst bleibt das Journal leer.

254 Tests gruen.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 (1M context) <noreply@anthropic.com>
2026-09-23 01:36:42 +02:00

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Update

Aktualisieren des OCR-Tools mit update.sh — Code, venv, System-Pakete und systemd-Unit.

Verwandte Dokumente: README · Installation · Debian-Major-Upgrade

Für ein Debian-Major-Upgrade (12 → 13) gilt ein eigener Ablauf — die venv muss danach neu gebaut werden. Siehe OS-UPGRADE.md.


Der Ablauf

cd /pfad/zum/repo
git pull
sudo ./update.sh
sudo ./update.sh --help           # Optionen anzeigen
sudo ./update.sh --rebuild-venv   # venv zwingend neu bauen (nach dist-upgrade)
sudo ./update.sh --no-smoke-test  # ohne Rauchtest durchlaufen

sudo oder direkt als root. update.sh braucht root-Rechte, nicht sudo. Wer als root arbeitet — im Proxmox-Debian-Standard-Template der Normalfall, dort ist sudo gar nicht installiert —, lässt das sudo bei jedem Befehl dieser Seite einfach weg: ./update.sh. Ebenso setzt git pull ein installiertes git voraus; siehe INSTALLATION.md.

update.sh muss aus dem Repo laufen. Findet es sich nicht selbst im Repo, liest es den gespeicherten Pfad aus /opt/pdf-ocr-hotfolder/.repo_path — das Repo muss also liegen bleiben, das Tool kopiert daraus.

install.sh und update.sh teilen sich seit 0.7.0 die Datei lib/common.sh (Log-Funktionen, Root-Prüfung, Layout-Pfade, apt-Paketliste, venv-Prüfung). update.sh sourct bevorzugt die Fassung neben sich im Repo und fällt auf die installierte unter /opt/pdf-ocr-hotfolder/lib/ zurück; fehlt sie überall, bricht es sofort ab statt mitten im Lauf. Die apt-Paketliste schneidet es zusätzlich noch einmal per sed aus der Repo-Fassung heraus — beim Update soll die neue Liste gelten, nicht die eventuell ältere installierte Kopie.

Was das Skript tut — in dieser Reihenfolge

# Schritt Anmerkung
1 Instanzen erfassen aktiv / kaputt / bewusst gestoppt, siehe unten
2 System-Pakete abgleichen Liste wird aus lib/common.sh des Repos extrahiert, apt-get install ist idempotent
3 venv prüfen passt sie noch zum System-Python? Läuft vor dem Stoppen, damit man es früh sieht
4 Instanzen stoppen nur die, die vorher liefen oder kaputt waren
5 Backup Inhalt und Ort
6 Code kopieren pdf_ocr_hotfolder/, lib/, requirements.txt, VERSION, config.example.toml, .repo_path
7 Dependencies pip install --upgrade -r requirements.txt — oder venv-Neubau, falls nötig. Versionssprünge der gepinnten Pakete werden benannt
8 systemd-Units Template-Unit aus dem Repo, LXC-Drop-in nachziehen, daemon-reload
9 Berechtigungen Code gehört dem primären User (i.d.R. pdfocr)
10 Configs prüfen --check-config je Instanz, siehe unten
11 Instanzen starten + verifizieren mit Wartezeit und Crash-Loop-Erkennung
12 Rauchtest eine Test-PDF durch die echte Pipeline, siehe unten
13 Zusammenfassung Soll gegen Ist

Ab Schritt 2 gilt: System-Pakete werden auch beim Update nachgezogen, nicht nur bei der Installation. Bereits installierte Tesseract-Sprachpakete bleiben unangetastet — es gibt kein purge und kein autoremove.

Die Schritte 1–3 verändern nichts auf der Platte. Erst ab Schritt 4 wird angefasst.

Was das Skript NICHT anfasst

Bleibt unverändert Warum
/etc/pdf-ocr-hotfolder/*.toml Instanz-Configs werden nie überschrieben — weder neu geschrieben noch gemerged. Neue Config-Keys greifen über ihre Defaults, siehe Config-Drift
/var/lib/pdf-ocr-hotfolder/… Datenverzeichnisse (incoming, working, outgoing, error, Archiv) — nichts wird verschoben oder gelöscht
Instanz-Drop-ins (…@<instanz>.service.d/user.conf) Service-User pro Instanz bleibt
Nachinstallierte Tesseract-Sprachpakete werden nicht entfernt
Bewusst gestoppte Instanzen bleiben gestoppt

Neue Config-Optionen muss man also selbst nachtragen, wenn man sie nutzen will. config.example.toml liegt nach dem Update aktuell unter /opt/pdf-ocr-hotfolder/config.example.toml und ist die Vorlage dafür.


Instanz-Erfassung

Eine Instanz gilt als bekannt, wenn sie irgendwo auftaucht: als geladene Unit (systemctl list-units --all, also auch activating und failed), in list-unit-files (enabled), oder als Config unter /etc/pdf-ocr-hotfolder/. Damit fällt auch eine Instanz auf, die gerade in einem Crash-Loop hängt.

Aus dem Zustand vor dem Update ergeben sich drei Gruppen:

Gruppe Zustand vorher Behandlung
lief sauber active, nicht failed wird gestoppt und muss nachher wieder laufen — sonst ist das eine Regression und das Update meldet Exit 1
war kaputt failed, activating, reloading, deactivating wird mitgestartet; läuft sie danach, meldet das Skript "vorher kaputt, läuft jetzt". Läuft sie weiterhin nicht, Exit 1, aber ohne Regressions-Alarm
bewusst gestoppt inactive und nicht failed bleibt gestoppt

Verifikation nach dem Start

Ein systemctl start sagt bei Type=simple noch nichts. Deshalb prüft verify_unit() nach einer Wartezeit (VERIFY_WAIT, Default 6 s) drei Dinge:

  1. is-active muss active sein
  2. is-failed darf nicht failed melden
  3. NRestarts darf nicht gestiegen sein — das entlarvt den Crash-Loop, der sich hinter einem sofortigen "active" versteckt

Vorher wird systemctl reset-failed gefahren, damit der alte Zustand die Prüfung nicht verfälscht. Scheitert eine Instanz, nennt das Skript direkt den passenden journalctl-Aufruf.

Die Zusammenfassung stellt am Ende Soll gegen Ist und liefert Exit 1, wenn eine Instanz fehlt, eine Config einen Fehler hat oder eine vorher kaputte Instanz immer noch kaputt ist.


Backup

Vor dem ersten Eingriff auf der Platte schreibt update.sh ein Archiv:

/var/backups/pdf-ocr-hotfolder/backup-YYYYmmdd-HHMMSS.tar.gz
Enthalten Nicht enthalten
/opt/pdf-ocr-hotfolder/ (Code inkl. lib/) die venv (venv/, venv.old-*)
/etc/pdf-ocr-hotfolder/ (alle Instanz-Configs) die Datenverzeichnisse /var/lib/pdf-ocr-hotfolder/
Template-Unit pdf-ocr-hotfolder@.service __pycache__, *.pyc
alle Drop-in-Verzeichnisse …@*.service.d
opt/pdf-ocr-hotfolder/pip-freeze.txt — pip freeze der alten venv plus Zeitstempel und Versionssprung

pip-freeze.txt ist die Versicherung für den Fall, dass ein neuer Pin Ärger macht: man sieht schwarz auf weiß, welche Paketversionen vorher liefen. Sie liegt im Archiv unter opt/pdf-ocr-hotfolder/ und landet beim Entpacken nach / folglich als /opt/pdf-ocr-hotfolder/pip-freeze.txt — also neben der Installation statt im Wurzelverzeichnis. Ein Code-Tausch beim nächsten Update löscht sie nicht (dort fliegen nur pdf_ocr_hotfolder/ und lib/).

Rechte: Das Archiv enthält die Instanz-Configs und damit Klartext-Passwörter (SMTP, Nextcloud, SFTP). Es wird deshalb mit umask 077 erzeugt und danach auf 0600 root:root gesetzt; das Verzeichnis selbst bekommt 700. Backups nicht in Tickets anhängen und nicht in allgemein lesbare Pfade kopieren.

Rotation: Es werden die letzten 5 Archive behalten (BACKUP_KEEP), ältere löscht das Skript nach dem Schreiben des neuen. Was entfernt wurde, steht im Log.

Scheitert das Backup (typisch: volle Platte), bricht das Update ab, bevor etwas getauscht wurde.


Rollback

Das Backup-Archiv ist wurzelrelativ gepackt und lässt sich direkt zurückspielen:

sudo systemctl stop 'pdf-ocr-hotfolder@*'
sudo tar -xzf /var/backups/pdf-ocr-hotfolder/backup-YYYYmmdd-HHMMSS.tar.gz -C /
sudo systemctl daemon-reload
sudo systemctl start pdf-ocr-hotfolder@kunde-a
sudo systemctl start pdf-ocr-hotfolder@kunde-b     # jede Instanz einzeln!

Das Skript nennt diesen Befehl mit dem konkreten Archivnamen selbst — sowohl beim Abbruch als auch bei einer erkannten Regression.

⚠️ start kann kein Glob. systemctl stop 'pdf-ocr-hotfolder@*' trifft alle laufenden Instanzen, weil systemd dafür die bereits geladenen Units auflösen kann. Beim Starten gibt es nichts aufzulösen: systemctl start 'pdf-ocr-hotfolder@*' startet eine Instanz mit dem wörtlichen Namen * — und scheitert. Bei mehreren Instanzen muss jede einzeln gestartet werden. Welche es sind: ls /etc/pdf-ocr-hotfolder/*.toml. Am Stück:

for f in /etc/pdf-ocr-hotfolder/*.toml; do
    n=$(basename "$f" .toml)
    sudo systemctl start "pdf-ocr-hotfolder@$n"
done
systemctl status 'pdf-ocr-hotfolder@*' --no-pager

Was ein Rollback nachweislich zurückholt

Einmal real durchgespielt (Debian 12 und 13, Update auf den neuen Stand, danach Rollback auf das Backup). Zurück kamen korrekt:

  • der Code unter /opt/pdf-ocr-hotfolder/ inklusive lib/ — die alte Version lief danach wieder,
  • alle Instanz-Configs unter /etc/pdf-ocr-hotfolder/ — mit den 640-Rechten und dem root:<service-gruppe>-Eigentum; die Klartext-Passwörter bleiben also geschützt, tar stellt Modus und Eigentümer mit her,
  • die Template-Unit pdf-ocr-hotfolder@.service und
  • die Drop-ins unter …@*.service.d/ (LXC-Kompat, User-Drop-in).

Nach daemon-reload und dem Einzelstart liefen die Instanzen wieder mit dem alten Stand. Was dabei nicht zurückkommt, steht im nächsten Abschnitt.

Grenzen des Rollbacks

Ein Rollback ist ein Overlay, kein exaktes Zurücksetzen — beides im Test bestätigt:

  • Die venv ist nicht im Backup. Wurde sie beim Update neu gebaut oder hat pip install --upgrade Pakete angehoben, holt das Rollback den alten Stand der Pakete nicht zurück. Dafür ist pip-freeze.txt aus dem Archiv da — nach dem Entpacken unter /opt/pdf-ocr-hotfolder/pip-freeze.txt: die dort genannten Versionen lassen sich von Hand wiederherstellen (venv/bin/pip install -r …). Im Test lief nach dem Rollback die alte Code-Version in der neuen venv — was hier gutging, weil sich die Pins nicht geändert hatten. Verlassen darf man sich darauf nicht: nach einem Update mit Versionssprung gehört die venv nach dem Rollback von Hand auf den alten Paketstand gebracht.
  • Dateien, die es vorher nicht gab, bleiben liegen. tar -x legt nur an und überschreibt; es löscht nichts. Eine mit dem neuen Stand hinzugekommene Datei im Code-Verzeichnis überlebt das Rollback — im Test nachgestellt und bestätigt. Sauberer ist deshalb rm -rf /opt/pdf-ocr-hotfolder/pdf_ocr_hotfolder vor dem Entpacken.
  • Die Datenverzeichnisse sind nicht im Backup — gewollt. Ein Rollback verändert keine PDFs, weder in incoming/ noch in error/.
  • System-Pakete werden nicht zurückgenommen. Ein per apt angehobenes Ghostscript oder ein neues Sprachpaket bleibt.

Der einfachere Weg zurück ist deshalb in den meisten Fällen: alten Stand im Repo auschecken (git checkout v<version>) und sudo ./update.sh erneut fahren.

Der ERR-Trap

update.sh läuft mit set -Eeuo pipefail und hat ab dem Moment, in dem Instanzen gestoppt werden, einen Trap auf ERR, INT und TERM. Bricht irgendetwas ab — Fehler, Strg-C, kill —, dann:

  1. sagt das Skript laut, bei welchem Exit-Code und in welcher Zeile es aufhörte,
  2. sagt es, ob auf der Platte schon getauscht wurde oder ob der alte Stand unverändert ist,
  3. startet es die vorher laufenden Instanzen wieder und meldet jede einzeln,
  4. nennt es das Backup-Archiv und den Rollback-Befehl — oder sagt ausdrücklich, dass noch kein Backup geschrieben wurde.

Ein abgebrochenes Update lässt also keinen Hotfolder stumm gestoppt zurück.


Versionssprünge der Kernabhängigkeiten

update.sh misst die Versionen der in requirements.txt gepinnten Pakete vor und nach pip install und benennt jede Änderung:

[WARN] DOWNGRADE: ocrmypdf: 17.4.1 -> 16.13.0
[INFO] Upgrade:   watchdog: 5.0.0 -> 6.0.0
[INFO] Neu:       requests 2.33.1

Beides steht auch noch einmal in der Abschluss-Zusammenfassung, weil es im Fließtext zwischen den pip-Ausgaben untergeht.

Downgrades sind der interessante Fall. Sie entstehen, wenn ein Pin in requirements.txt gesenkt wurde. Genau so ist der Totalausfall in 0.6.0 entstanden: ocrmypdf wurde von 17.4.1 auf 16.13.0 heruntergezogen, das Update lief mit Exit 0 durch, der Dienst meldete active — und jede PDF landete in error/. Sichtbar war davon nichts außer [INFO] Dependencies ok ✓.

War ein Downgrade nicht beabsichtigt: Pin korrigieren und sudo ./update.sh --rebuild-venv erneut fahren.


Rauchtest

Nach dem Start schiebt update.sh pro Instanz eine winzige Test-PDF durch die echte Pipeline und prüft, ob sie in outgoing/ ankommt.

Das ist der Schritt, den 0.6.0 gefehlt hat: systemctl sagt active, --check-config sagt Preflight ok — und trotzdem scheitert jede einzelne Datei. Ein laufender Dienst ist eben kein Beleg dafür, dass er etwas verarbeitet.

  • Die Test-PDF steckt als base64 im Skript (694 Bytes, eine Seite). Es braucht also kein Pillow, kein gs und kein convert auf dem Zielsystem.
  • Der Dateiname ist eindeutig (__smoketest_update_<zeitstempel>_<pid>.pdf) und kann mit keiner Kundendatei kollidieren.
  • Wartezeit: SMOKE_TIMEOUT Sekunden (Standard 90), danach gilt der Test als durchgefallen. Das Skript hängt nicht.

Aufräumen

Test-PDF und Ergebnis werden danach restlos entfernt — in jedem Ausgang, auch bei Fehlschlag und Timeout. Angefasst werden dabei ausschließlich Dateien mit dem Testnamen, in incoming/, working/ (inkl. __ocr_-Zwischendatei), outgoing/, error/ und im Archivverzeichnis. In keinem dieser Verzeichnisse bleibt etwas vom Test liegen.

Wann der Rauchtest übersprungen wird

Hat eine Instanz ein aktives Ziel, würde die Testdatei nach außen gehen — im Zweifel zum Kunden. Solche Instanzen werden mit klarer Meldung übersprungen:

Übersprungen bei Grund
[upload.nextcloud].enabled = true Testdatei landete in der Nextcloud
[upload.sftp].enabled = true Testdatei landete auf dem SFTP-Ziel
[upload.folder] mit gesetztem target Zielordner liegt außerhalb von outgoing/, oft eine Kundenfreigabe
[notify.email].enabled = true löst eine Benachrichtigungs-Mail aus

[upload.folder] ohne target schreibt nach outgoing/ und ist damit harmlos — dort läuft der Test normal.

Für diese Instanzen bleibt der manuelle Weg: eine eigene PDF in incoming/ legen und journalctl -u pdf-ocr-hotfolder@<instanz> -f mitlesen.

Wenn der Rauchtest fehlschlägt

Der Rauchtest setzt den Exit-Code des Updates auf 1 und nennt den Journal-Befehl:

[ERROR] RAUCHTEST FEHLGESCHLAGEN: kunde1
[ERROR]   Diese Instanzen laufen, verarbeiten aber keine PDFs.
[ERROR]   Es wurde NICHT zurueckgerollt. Journal ansehen:
[ERROR]     journalctl -u pdf-ocr-hotfolder@kunde1.service -n 80 --no-pager

Es wird nichts automatisch zurückgerollt. Der Code ist getauscht, die Instanzen laufen. Rollback nur von Hand und nur bewusst — siehe Rollback.

Abschalten: sudo ./update.sh --no-smoke-test. Dann fällt ein Totalausfall erst der ersten echten Kundendatei auf.


Config-Prüfung per --check-config

Nach dem Code-Update und vor dem Start prüft update.sh jede Instanz-Config mit dem neuen Code:

cd /opt/pdf-ocr-hotfolder && ./venv/bin/python -m pdf_ocr_hotfolder \
    --check-config --config /etc/pdf-ocr-hotfolder/<instanz>.toml

--check-config verarbeitet nichts, es hat sogar Vorrang vor --once. Es lädt die Config, zeigt die vier Pfade (inkl. Hinweis, falls ein Verzeichnis noch fehlt), Sprachen, Seiten-Timeout, PDF/A-Level, skip_text sowie die installierte ocrmypdf- und Ghostscript-Version, fährt den Preflight (tesseract, gs, und die Ghostscript-Version gegen die tatsächliche ocrmypdf-Bedingung — siehe Rauchtest und INSTALLATION.md) und validiert die [output]-Sektion.

Exit Bedeutung Was der Admin tun soll
0 Config sauber nichts
1 Config nutzbar, aber mit Warnungen Kein Abbruchgrund, der Dienst läuft. Die Warnungen aber nachziehen — sie nennen entweder einen Key, dessen Bedeutung sich geändert hat, oder einen Eintrag, der ins Leere läuft (s. Config-Drift)
2 Config unbrauchbar — der Dienst würde nicht starten Sofort korrigieren. Die Instanz gilt als nicht erfolgreich aktualisiert, das Update endet mit Exit 1

--check-config selbst kennt nur 0/1/2. Der Dienst kennt seit 0.7.0 zusätzlich Exit 3 (Verzeichnis-Watch gestorben, Neustart erwünscht) — und die Unit startet bei Exit 2 absichtlich nicht mehr neu (RestartPreventExitStatus=2), die Instanz bleibt sichtbar failed stehen. Für das Update heißt das: eine Instanz mit Config-Fehler verschwindet nicht mehr in einem stillen 5-Sekunden-Crash-Loop, sondern fällt in der Zusammenfassung auf. Die vollständige Tabelle: INSTALLATION.md.

Kennt der installierte Code --check-config noch nicht (Update von einem Stand vor 0.6.0), erkennt update.sh das an der argparse-Meldung, überspringt die Prüfung mit einer Warnung und läuft weiter.

Dieselben Warnungen schreibt der Dienst beim Start ins Journal — man sieht sie also auch ohne Update:

journalctl -u pdf-ocr-hotfolder@<instanz> | grep 'Config-Warnung'

Config-Drift nach einem Update

Instanz-Configs werden nie überschrieben. Das ist bequem, hat aber zwei Konsequenzen.

Neue Keys sind unkritisch. Fehlt ein Key, greift der Default aus der Dataclass — genau der Wert, der auch in config.example.toml steht. Eine Config von 0.2.x läuft unter 0.6.0 weiter, ohne dass etwas nachgetragen werden muss. Wer die neue Option nutzen will, trägt sie nach; die aktuelle Vorlage liegt nach jedem Update unter /opt/pdf-ocr-hotfolder/config.example.toml.

Zwei Fälle brauchen aber Handarbeit — beide meldet --check-config von selbst:

[ocr].timeout — Bedeutung geändert seit 0.4.0

Vor 0.4.0 war timeout ein Gesamt-Timeout pro PDF mit Default 1800 — und wurde nirgends ausgewertet, war also wirkungslos. Seit 0.4.0 geht der Wert als tesseract_timeout an ocrmypdf und ist damit das Limit pro Seite; ein Dokument-Timeout kennt ocrmypdf nicht.

Wer den Altwert 1800 stehen hat, gibt Tesseract jetzt 30 Minuten je Seite. Ab 900 meldet --check-config deshalb eine Warnung. Richtwert: 300.

[ocr]
timeout = 300   # Sekunden pro SEITE

0 heißt "kein eigenes Limit": der Wert wird dann gar nicht durchgereicht, weil ocrmypdf tesseract_timeout=0 als "OCR komplett überspringen" interpretiert.

[ocr].pdfa_level — sollte leer sein

pdfa_level gehört auf "" (reines PDF, kein PDF/A). Ist es gesetzt, warnt --check-config, weil Ghostscript 10.0.0–10.02.0 — der Debian-12-Default — in Kombination mit skip_text von ocrmypdf abgelehnt wird. Der Preflight bricht in dem Fall mit Exit 2 ab; ab Ghostscript 10.02.1 ist PDF/A unproblematisch.

pdfa_level = "" allein ist kein Schutz gegen den Ghostscript-Bug. Das gilt erst zusammen mit ocrmypdf ≥ 17. Bis ocrmypdf 16.x läuft dieselbe Prüfung auch ohne PDF/A, und dann scheitert mit skip_text = true jede einzelne Datei. Die Entwarnung hängt also an der ocrmypdf-Version. requirements.txt pinnt darum 17.x, und der Preflight prüft beides zusammen. Hintergrund: INSTALLATION.md.

Relative Pfade — Fehler seit 0.7.0

Bis 0.6.3 wurde ein relativer Pfad in [paths], [output].archive_dir oder [upload.folder].target klaglos angenommen und gegen das WorkingDirectory der Unit aufgelöst, also unter /opt/pdf-ocr-hotfolder/. Seit 0.7.0 ist das ein Config-Fehler mit Exit 2: --check-config meldet ihn beim Update, und der Dienst startet nicht.

Das ist der einzige Fall, in dem ein Update von 0.6.x eine bisher „laufende" Instanz stoppen kann. Er ist gewollt — eine solche Instanz schrieb an einer Stelle, an der niemand sie gesucht hat. Abhilfe: den Pfad absolut eintragen und, falls dort Dateien liegen, den Inhalt von /opt/pdf-ocr-hotfolder/<pfad> vorher herüberholen.

Unbekannte Keys

Einträge, die zu keiner Sektion und keinem Key gehören, werden beim Laden ignoriert — aber gemeldet, mit Pfad ([ocr].langauges). Das deckt Tippfehler und Optionen aus älteren Versionen ab. Die Meldung ist eine Warnung, kein Fehler: der Dienst startet, der Eintrag tut nur nichts.


Nach dem Update prüfen

systemctl status 'pdf-ocr-hotfolder@*'
journalctl -u 'pdf-ocr-hotfolder@*' --since '5 min ago'

Und einmal eine Test-PDF durchschieben:

cp test.pdf /var/lib/pdf-ocr-hotfolder/<instanz>/incoming/
journalctl -u pdf-ocr-hotfolder@<instanz> -f

Im outgoing/ muss das OCR-PDF auftauchen.


Wiederaufnahme aus working/

Beim Start greift der Dienst nicht nur incoming/ auf, sondern zuerst working/: Dateien, die ein harter Stopp dort liegen ließ, werden wiederaufgenommen und das OCR läuft für sie neu. Unvollständige Zwischendateien des abgebrochenen Laufs (Präfix __ocr_) werden dabei gelöscht.

Für das Update heißt das: ein systemctl stop mitten im OCR kostet den angefangenen Durchlauf, aber keine Datei. Die Unit gibt einem laufenden OCR TimeoutStopSec=300 Zeit, sauber fertig zu werden — ein Stop kann damit pro Instanz bis zu 5 Minuten dauern. Bei mehreren Instanzen entsprechend länger; update.sh stoppt sie nacheinander.